Welt im Chaos: Wie du Deinen inneren Frieden kultivieren kannst

Die aktuellen Geschehnisse in der Welt sind wohl für uns alle eine Herausforderung.

Sie können eine Menge mit Dir machen: Unruhe auslösen, Verzweiflung, Traurigkeit, Hilflosigkeit, Angst. Das ist völlig normal. Wir alle haben diese Gefühle. Und das macht auch unsere Menschlichkeit aus.

Viele dieser Ereignisse, seien es Naturkatastrophen, Krankheiten, Kriege, entziehen sich zu einem großen Teil unserer persönlichen Kontrolle.

Das gute aber ist: Du kannst da anfangen, wo Du Kontrolle hast: bei Dir selbst.

Dazu gehört erstmal, die Gefühle zu akzeptieren, sie aber nicht Dich überschwemmen zu lassen. Denn dann triggern sie Deinen Kampf-oder-Flucht-Mechanismus und du hast nur noch drei Möglichkeiten: kämpfen, abhauen oder totstellen. Zu den kreativeren Lösungsmöglichkeiten, also zu entdecken, wo wir vielleicht selbst etwas beitragen können, haben wir nur Zugriff, wenn wir einigermaßen gelassen bleiben.

»Wie im Innen, so im Außen«, »wie im Kleinen, so im Großen«, heißt es in den verschiedensten spirituellen Schulen:

Wenn Du selbst friedlich und gelassen bleibst, dann strahlst Du das auch in die Welt hinaus. Und jetzt stell Dir mal vor, alle machen das. Oder zumindest alle, die nicht akut um ihr Leben fürchten müssen. Könnte es sein, dass wir dann wirklich die Welt zu einem besseren Ort machen können? Weil wir in uns friedlich sind, friedlich mit unseren Mitmenschen umgehen können und gemeinsam auf Lösungen kommen können, an die wir in unserem Totstell- oder Beißreflex bisher noch nicht gedacht haben?

Was kannst Du jetzt also tun, um Deinen inneren Frieden zu finden und zu kultivieren?

Meine Top 3, die ich Dir wirklich ans Herz legen möchte, sind:

Nachrichtendiät

Das ist mein Nummer-1-Tipp gerade für sensible Menschen.

Und jetzt fragst Du Dich vielleicht: Du bist doch auch Journalistin, wie kannst Du da auf Nachrichten verzichten?

Zugegeben, in meinen ersten Berufsjahren lief bei mir schon zum Frühstück die erste Nachrichtensendung und kurz vor dem Schlafengehen die letzte. Man muss ja informiert sein und darf nichts verpassen. Seit fast zehn Jahren habe ich das allerdings drastisch zurückgefahren und merke, dass ich dadurch viel gelassener, optimistischer und lösungsorientierter bin.

Medien arbeiten oft damit, unsere Reptilienhirntrigger anzusprechen: Mit Angst besetzten Themen lässt sich zuverlässig Aufmerksamkeit erzeugen.

Das Blöde dabei ist, dass Dein Reptilienhirn dann auch Angst wahrnimmt und mit Stress reagiert, um die Energien zur Abwehr der Gefahr bereit zu machen. Auch wenn diese Gefahr gerade nicht unmittelbar Dein Leben bedroht.

Ich sage nicht, dass Du Dich komplett abschotten sollst, aber für die Menge an Informationen, die täglich über alle möglichen Kanäle auf uns einprasselt, sind wir vermutlich nicht gestrickt.

Von Natur aus – also ohne Zeitung, Fernsehen, Radio, Telefon, Internet – hätten wir erstmal nur erfahren, was in unserem Dorf und vielleicht in den fünf Nachbarorten so los ist und wer da welche Probleme hat. Und wenn man das aufrichtig mitfühlt, hat man schon ordentlich zu tun.

Ich denke, keiner von uns ist dafür gedacht, das ganze Leid der Welt persönlich mitzuleiden.

Mitgefühl ungleich Mitleid

Das ist übrigens noch so ein Punkt: Zwischen Mitgefühl und Mitleid gibt es einen Unterschied.

Als ich das das erste Mal gehört habe, dass das nicht dasselbe ist, hat mir das nicht so richtig eingeleuchtet. Inzwischen verstehe ich das besser. Wenn sich mein Kind das Knie aufschlägt, dann kann ich nachfühlen, wie weh das tut. Ich kann es mir gut vorstellen und in mir zieht sich auch was zusammen bei dem Gedanken an die Schmerzen, die es hat. Das ist das Mitgefühl und das braucht mein Kind dann auch.

Was es aber nicht braucht ist, dass ich auch komplett schmerzerfüllt bin und nichts mehr auf die Kette kriege.

Für mein Kind ist es dann besser, wenn ich die Übersicht behalte und schaue, was wir machen müssen: Wunde säubern, Verband oder Pflaster drauf, zum Arzt….

Und ich denke, das kann man auch auf die Weltereignisse wie Naturkatastrophen und Kriege übertragen:

Wenn ich nicht direkt betroffen bin, aber leide, kann ich den betroffenen Menschen gar nicht gut helfen. Besser ist es, wenn ich meine Handlungsfähigkeit bewahre und schaue, wie ich mit meinen Möglichkeiten helfen kann.

Welche Informationen lässt Du wann zu Dir?

Also zwei Stellschrauben hast Du hier: Wie gehst Du mit den Informationen um, die zu Dir kommen? Und wie wählst und begrenzt Du die Informationen?

Versuch mal, statt Radio oder Fernseher stundenlang nebenbei laufen zu haben, nur ein oder zwei Mal am Tag bewusst die Nachrichten einzuschalten. Dann dringt immer noch genug zu Dir durch.

Durchforste auch Deine Newsletter gut: Welche bringen dir Infos, die Dich weiterbringen? Welche stressen Dich bloß? Schau, ob Du Dich von Denen abmelden willst.

Ebenso wähle die Social Media Accounts, denen Du folgen willst, bewusst aus. Und müssen die Nachrichten auf deinem Smartphone automatisch aufploppen? Schalte das Widget doch einfach aus.

Besonders heilig ist mir die Nachrichten-Abstinenz direkt nach den Aufwachen und vor dem Schlafengehen.

Ich habe auch mit meinem Mann die Vereinbarung getroffen, dass er mich nicht morgens als erstes oder abends spät noch mit herausfordernden Themen anspricht. Es ist besser, wenn wir solche Dinge am Nachmittag oder frühen Abend besprechen. So kann ich mir einen positiven Start in den Tag gestalten und wenn wir dann am Nachmittag etwas Beunruhigendes besprochen haben, habe ich nicht aber bis zum Schlafengehen auch wieder reguliert, so dass ich ruhig einschlafen kann.

Klopfen

Wenn Du Stress und Ängste runterregulieren möchtest, die sich aufgestaut haben, dann ist Klopfen ein super schnelles und wirkungsvolles Tool.

Du denkst an Deine Angst oder das, was Dich stresst und klopfst dabei auf verschiedene Akupunkturpunkte: auf der Handkante, auf dem Kopf, neben der Augenbraue, neben dem Auge, unter dem Auge, unter der Nase, auf dem Kinn, unter dem Schlüsselbein und unter dem Arm. Dieser körperliche Reiz unterbricht das Stressmuster.

Mach vor dem Klopfen ein Rating: Auf einer Skala von eins bis zehn, wie groß ist Deine Angst/Dein Stress? Dann kannst Du nach drei Runden klopfen das Rating wiederholen und feststellen, wie gut Du es schon beeinflussen konntest.

Du kannst beim Klopfen auch das unbehagliche Gefühl benennen und selbststärkende Sätze dazu aussprechen: »Auch wenn ich jetzt echt Angst habe, dass ….. passiert, liebe und akzeptiere ich mich wie ich bin. Auch wenn ich vor Wut heulen könnte, darüber was gerade in der Welt passiert, entscheide ich mich doch, optimistisch in die Zukunft zu schauen.

Ich werde demnächst hier auf dem Blog eine genauere Anleitung online stellen. Bis dahin würde ich Dich auf die einführenden YouTube-Videos von Dr. Michael Bohne verweisen:

https://www.youtube.com/watch?v=EBlSNL3PHCw

https://www.youtube.com/watch?v=MyY4Ep0Qpg8

https://www.youtube.com/watch?v=-s2xJcbXDvY

Oder wenn Du direkt einsteigen und mit jemandem mitklopfen möchtest, kann ich Dir diese Klopfsession auf YouTube für inneren Frieden mit dem US amerikanischen Arzt Dr. Dawson Church empfehlen: https://www.youtube.com/watch?v=UinVw9PwQTg&t=360s.

Meditieren

Auch Meditation hilft uns, zur Ruhe zu kommen und Frieden zu erleben.

Denn Meditieren baut Stress ab und hilft uns, aus dem Kampf- oder Flucht-Reflex herauszukommen. So haben wir mehr Energie verfügbar, die wir zur Anpassung an die schwierigen Umstände im Außen verwenden können. Und wir haben besseren Zugriff auf unsere kreativen Kräfte, was beim Finden von Lösungen nützlich ist.

Wir sind friedlicher, können mit Herausforderungen gelassener umgehen und uns so selbst friedlicher verhalten.

Wenn Du noch nicht meditiert hast, kannst Du zunächst einfach Dich still hinsetzen, Dich auf Deinen Atem konzentrieren und Deine Gedanken vorüberziehen und die Vorstellung wachsen lassen: »Ich bin Frieden, ich strahle Frieden aus.«

Geführte Meditation

Wenn es Dir schwerfällt, einfach für Dich stillzusitzen und ein friedliches, sicheres Gefühl sich ausbreiten zu lassen, hilft Dir vielleicht eine geführte Meditation.

Die kann man auch gut vor dem Einschlafen oder zum Einschlafen hören. Ich mag die von Jason Stephenson sehr gerne. Seine Stimme beruhigt mich und lässt mich tief entspannen. Du findest seine Meditationen auf YouTube oder Spotify.

Eine Einschlafmeditation für inneren Frieden von Jason Stephenson (»Geführte Schlafmeditation für inneren Frieden und einen ruhigen Geist«) ist hier auf Youtube: https://www.youtube.com/watch?v=lC_kFBsRMw0. Jason spricht Englisch, ist aber gut und einfach zu verstehen.

Wenn Dir aber eine geführte Meditation mit deutscher Übersetzung lieber ist, kann ich Dr. Joe Dispenzas Golov2020-Meditation ans Herz legen: https://www.youtube.com/watch?v=XdUxnThOfjc

Meditation lernen mit der Z-Technik

Wenn Du lernen möchtest, selbstständig zu meditieren, ohne eine Stimme, die dich hindurchführe, dann ist Emily Fletchers Z-Technik ein guter Start.

Sie erklärt Meditation so, dass Du auch damit Fortschritte machst, wenn Du einen vollen Terminplan hast und Dich nicht stundenlang von der Außenwelt abgeschnitten irgendwo einschließen kannst. Wie die Z-Technik funktioniert, kannst Du in ihrem Buch Meditation für Busy People (Knaur Balance 2021, ISBN 978-3-426-67590-8) nachlesen.

Friedlich im Alltag

Wichtig ist, dass Du Deinen inneren Frieden auch über die Meditation hinaus mitnimmst in Deinen Alltag. Dann bist Du eine Quelle des Friedens für Dich selbst und Dein Umfeld.

Tu Dir was Gutes

Wenn Dich davon etwas anspricht, probier es doch direkt mal aus und schreib mir Deine Erfahrungen in die Kommentare.

Insgesamt möchte ich Dich ermutigen, auch wenn die Welt um uns herum noch so chaotisch zu sein scheint, Dinge zu machen, die Dir gut tun, auf die Du Bock hast: Geh laufen, lies ein gutes Buch lesen, nimm ein Bad – was gerade gut sein würde, weißt Du Dich am besten. Und sorge Dich nicht, dass das egoistisch sein könnte, wenn Du Dir Zeit für Dinge nimmst, die Dir Spaß machen. Das ist im Gegenteil sogar sehr sozial und fürsorglich.

Denn wenn es Dir gut geht, kannst Du auch am besten für andere und das große Ganze sorgen.

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