Wie Du besser mit Deinen Kids redest: 5 Kommunikationsskills für Mamas

Manchmal können Kids echt störrisch sein. Machen nicht was Du sagst. Oder dampfen beleidigt ab, wenn Du nur nach der Klassenarbeit fragst.

Hier sind fünf einfache Tricks, wie Du Deine Art zu kommunizieren verbessern kannst, so dass mehr Vertrauen und Kooperation entsteht.

Funktioniert übrigens auch mit Erwachsenen.

1. Offen fragen

Wie jeder Mensch möchte auch Dein Kind wahrgenommen und gehört werden. Das funktioniert am besten, wenn Du es nach seiner Sicht der Dinge fragst, ohne dass Deine eigenen Thesen und Wertungen mitschwingen.

Meine Kindern zeigen mir das sehr gut, sobald sie auch nur den leisesten Verdacht hegen, dass ich schon vorgefasste Annahmen und Urteile zur Sache oder zu ihrem Verhalten habe, und die nur bestätigt haben will, reagieren sie total allergisch, fühlen sich unverstanden, zu unrecht beschuldigt und das Hirn springt in den Kampf- oder Fluchtmodus. Ein vernünftiges Gespräch ist so nicht mehr möglich.

Viel effektiver ist es offene Fragen zu stellen wie »Was ist passiert?«, »Was glaubst Du, wie es dazu kommen konnte?«, »Was könnten wir anders machen?« So signalisierst Du, dass Du ehrlich an ihrer Sicht der Ereignisse und ihren Ideen interessiert bist und dass Du sie wichtig nimmst.

2. Gut zuhören

Um dieses Basis zu stärken, solltest Du Dir dann auch die Zeit nehmen, die ganze Antwort abzuwarten und anzuhören. Sollte etwas nicht ganz klar sein, frag wieder offen nach: »Was meinst Du damit?« Hinweise mit unterschwelligen Interpretationen, Zweifeln oder Vorwürfen »Du vergisst, dass…« oder »Glaubst Du etwa, dass… « bringen dein Kind wieder in eine Abwehrhaltung.

Sehr nützlich ist auch, wenn Du Dich ab und an vergewisserst, dass Du die Botschaft richtig verstanden hast, indem Du sie einmal in Deinen Worten formulierst: »Habe ich das richtig verstanden, dass Du meinst, dass…?« Wenn Deine Zusammenfassung nicht stimmt, gibst Du damit Dir und Deinem Kind die Chance, es nochmal zu erklären, damit Du es besser verstehen kannst.

3. Tun ≠ sein

Wenn es etwas zu kritisieren gibt, dann beziehe es auf das Verhalten Deines Kindes, nicht auf seine Identität.

Mal angenommen, es hat seit Tagen die saubere Wäsche noch nicht in den Schrank geräumt oder die Klassenarbeit verhauen, weil es zu spät angefangen hat zu lernen. Wenn Du ihm vorwirfst »Du bist so unglaublich faul«, verletzt Du es damit auf der Ebene seiner Identität. Unsere Identität, was wir sind, nehmen wir meist als relativ fest gefügt, kaum veränderbar wahr. Dein Kind wird, zumindest wenn es noch kleiner ist Deine Äußerung nicht hinterfragen, denn was Erwachsene sagen, scheint ihm die Wahrheit zu sein. Es wird sich machtlos fühlen, denn an dem, wie es ist, kann es nichts ändern. Und weil Du seine Identität kritisierst, gleich auch noch ungeliebt. »Ich bin faul. Isso, kann man nix machen. Mama findet mich doof deswegen.«

Du wolltest ja eigentlich, dass Dein Kind kooperiert, nicht dass es sich schlecht fühlt.

Zeig ihm also lieber, was es in der Situation sinnvollerweise tun könnte oder welches Verhalten Du Dir wünschst.

Beim Aufräumbeispiel könnte sich das so anhören: »Ich möchte, dass Du Deine saubere Wäsche in Deinen Schrank räumst, in den nächsten 15 Minuten.« Oder wenn es ums Lernen geht: »Ich schlage vor, dass Du für die nächste Klassenarbeit drei Wochen vorher anfängst zu lernen, jeden Montag und Mittwoch 20 Minuten.«

4. Positiv formulieren

Vermeide Verneinungen. Wenn wir etwas verneinen, wird automatisch das Verneinte kurz aktiviert. Wenn Du also sagst: »Hab keine Angst!« kommt da unweigerlich die Botschaft mit: »Hier ist Angst im Spiel.«

Ein beliebtes Beispiel ist auch: »Denk jetzt nicht an einen rosa Elefanten…« Welches Bild taucht unwillkürlich in Deinem Kopf auf?

Wenn Du beruhigen möchtest, kannst Du sagen: »Beruhig Dich, Du bist in Sicherheit.« Wenn Du motivieren möchtest, sagst Du statt »Nicht aufgeben!« besser: »Bleib dran, mach weiter so!« Statt: »Fall da nicht runter!« besser: »Halt Dich gut fest!«

5. Stärken feiern

Wir sind heute so sehr darauf getrimmt, zu sehen, was noch fehlt, was noch besser gemacht werden könnte, dass wir oft gar nicht mehr realisieren, was alles schon gut ist. Bei uns selbst ebenso wie bei unseren Kindern. Dabei ist Lob viel kraftvoller als Kritik. Wahrscheinlich kritisiert Dein Kind sich selbst schon oft genug und braucht dann von Dir nichts dringender als Aufbauarbeit.

Bei uns war das neulich gut zu erleben, als meine Töchter Bewerbungen geschrieben haben. Sie waren sowas von entmutigt, weil sie nicht sehen konnten, was sie alles an Qualifikationen schon mitbringen, auch mit ihren 15 oder 17 Jahren schon.

Wir haben dann zusammen Beispiele gesammelt, was sie alles gerne machen und uns gefragt, welche Kompetenzen man dafür braucht. Backrezepte ausprobieren und verändern zum Beispiel zeugt von Kreativität, Geschwister anspornen etwas zu unternehmen von Führungs- und Motivationskompetenz. Wie erleichtert und um einiges selbstsicherer sie weiterschreiben konnten, nachdem sie entdeckt hatten, welche Talente und Fähigkeiten sie jeden Tag nutzen.

Die waren ihnen gar nicht so bewusst, weil sie sich ja ständig damit erleben, so dass sie ihnen gar nicht Besonderes erscheinen.

Abgesehen davon, dass wir oft schon eine Menge können, das wir durch diesen Mechanismus der Selbstverständlichkeitsfalle oft vergessen, sind wir ja auch ständig dabei, dazuzulernen, Fähigkeiten zu trainieren. Wenn es Dir mal schwer fällt, bei Deinen Kindern den Blick für das Können und die Fortschritte zu bewahren und Defizite und Fehler sehr in den Fokus rücken, kannst Du Dich ja mal daran erinnern, wie es war, als sie laufen gelernt haben. Da hast Du jede noch so kleine Anstrengung gefeiert bis sie schließlich Deine Hand losgelassen und die ersten Schritte alleine gemacht haben.

Klar sah das am Anfang ungelenk aus. Aber nie im Leben wärst Du auf die Idee gekommen, dass sie das wohl einfach nicht können.

Hättest Du zu ihnen gesagt: »Weißt Du, ich glaube Laufen ist zu schwer für dich. Das schaffst Du nicht, such Dir was einfacheres. Guck mal, wie tollpatschig Du Deine Füße bewegst.«? ODER hast Du jede Anstrengung mit »Super! Das machst Du großartig!« gefeiert? Das kannst Du ruhig beibehalten, wenn sie älter werden:

Führe ihnen vor Augen, was sie schon gut können und feiere sie für jeden Versuch.

Lesetipp:

Biddulph, Steve. Das Geheimnis glücklicher Kinder. München 2014.

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